Lehmputz: Eigenschaften, Vorteile und Grenzen
Lehm wird seit Jahrhunderten als Baustoff verwendet. Heute wird er vor allem im Innenbereich wieder häufiger eingesetzt – nicht nur bei historischen Gebäuden, sondern auch bei modernen Renovierungen und Neubauten.
Doch was unterscheidet Lehmputz eigentlich von anderen Putzen?
Lehmputz bleibt diffusionsoffen
Lehmputz kann Wasserdampf aufnehmen und wieder an die Raumluft abgeben. Fachlich spricht man von Feuchtepufferung.
Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt unter anderem von der Zusammensetzung des Lehms, der Schichtdicke, der Oberfläche und den Bedingungen im Raum ab. Untersuchungen zeigen jedoch grundsätzlich ein gutes Feuchtepuffervermögen von Lehmbaustoffen.
Das bedeutet nicht, dass Lehmputz Lüften ersetzt. Er kann kurzfristige Schwankungen der Luftfeuchte aber abmildern.
Lehmputz schafft besondere Oberflächen
Ein weiterer Vorteil liegt in der Gestaltung.
Je nach Körnung und Verarbeitung sind sehr unterschiedliche Oberflächen möglich – von fein und ruhig bis deutlich strukturiert.
Unser Lehmfeinputz wird beispielsweise mit einer Körnung von etwa 0 bis 1 mm verarbeitet. Bei einer empfohlenen Putzstärke von etwa 2 mm entsteht eine fein strukturierte Oberfläche, die anschließend unterschiedlich bearbeitet werden kann.
Lehm lässt sich wieder mit Wasser bearbeiten
Im Gegensatz zu hydraulisch oder chemisch abbindenden Baustoffen erhärtet Lehm im Wesentlichen durch Trocknung.
Das ist bei der Verarbeitung interessant: Bereits angetrocknete Bereiche lassen sich innerhalb bestimmter Grenzen erneut anfeuchten und bearbeiten.
Diese Eigenschaft verlangt allerdings auch einen geeigneten Einsatzbereich.
Wo liegen die Grenzen von Lehmputz?
Lehm ist nicht für jede Oberfläche und jeden Einsatzbereich die richtige Wahl.
Dauerhaft feuchte oder direkt mit Wasser belastete Flächen benötigen andere Lösungen. Auch Untergrund, Grundierung und Schichtaufbau müssen zum jeweiligen Produkt passen.
Deshalb sollte man vor der Verarbeitung immer die technischen Verarbeitungshinweise beachten.
Fazit
Lehmputz ist vor allem interessant, wenn eine mineralische, individuell gestaltbare Innenoberfläche gewünscht wird.
Seine Stärke liegt nicht in großen Werbeversprechen, sondern in konkreten Materialeigenschaften: Oberflächengestaltung, Feuchtepufferung und vielseitige Verarbeitung im Innenbereich.
