Gabionensteine: Der Korb ist nur die halbe Arbeit

Bei einer Gabione fällt zuerst das Drahtgitter auf.

Wie die fertige Wand später aussieht und wie gut die Füllung im Korb sitzt, entscheidet aber vor allem der Stein.

Die drei wichtigsten Punkte sind:

  • Gesteinsart
  • Körnung
  • benötigte Menge

Die wichtigste Regel: Stein muss zur Masche passen

Die Steine dürfen nicht durch die Maschen des Korbes fallen.

Deshalb muss die Körnung immer zur verwendeten Maschenweite passen.

Bei einer häufig verwendeten Maschenweite von etwa 50 × 100 mm wird beispielsweise oft eine Körnung um 60/120 mm eingesetzt.

Das ist aber keine universelle Vorschrift.

Vor der Bestellung sollte deshalb zuerst die tatsächliche Maschenweite der Gabione geprüft werden.

Rund oder gebrochen?

Für Gabionen werden häufig gebrochene Natursteine verwendet.

Ihre kantige Form sorgt dafür, dass sich die Steine untereinander verzahnen. Außerdem entsteht das typische unregelmäßige Bruchsteinbild.

Auch rundes Material kann gestalterisch interessant sein. Die Wirkung ist dann deutlich weicher.

Für welche Variante man sich entscheidet, hängt daher sowohl von der Konstruktion als auch von der gewünschten Optik ab.

Welcher Naturstein passt?

Die Gesteinsart bestimmt vor allem Farbe und Oberflächenwirkung.

Typische Beispiele sind:

Basalt
dunkelgrau bis fast schwarz, markante und moderne Wirkung.

Granit
meist grau bis gesprenkelt, eher ruhig und klassisch.

Kalkstein
hellbeige bis cremefarben, wirkt deutlich wärmer.

Grauwacke oder andere regionale Bruchsteine
häufig grau bis graubraun mit lebendigem Farbspiel.

Bei Naturstein sollte man bedenken: Farbe und Struktur können schwanken. Außerdem wirkt fast jeder Stein nass deutlich dunkler als trocken.

Wie viel Stein brauche ich?

Zuerst wird das Volumen der Gabione berechnet:

Länge × Höhe × Tiefe = Volumen in m³

Beispiel:

2,00 m × 1,00 m × 0,30 m = 0,60 m³

Je nach Gestein und Kornform kann man bei Gabionen grob mit etwa 1,5 bis 1,8 Tonnen Füllmaterial pro Kubikmeter rechnen.

Bei 0,60 m³ wären das grob:

900 bis 1.080 kg Stein

Das ist ein Richtwert. Die tatsächliche Menge hängt von Gesteinsart, Korngröße und Hohlraumanteil ab.

Sichtseite sauber setzen

Wer eine besonders gleichmäßige Optik möchte, sollte die Steine an der sichtbaren Außenseite nicht einfach nur einschütten.

Einzelne größere oder besonders schöne Steine können dort gezielt von Hand gesetzt werden.

Das dauert länger, macht optisch aber einen erheblichen Unterschied.

Fazit

Bei Gabionen sollte man zuerst Maschenweite und Korbvolumen kennen und erst danach den Stein auswählen.

Die Reihenfolge lautet:

  1. Maschenweite prüfen
  2. passende Körnung wählen
  3. Gesteinsart nach gewünschter Optik auswählen
  4. Volumen berechnen
  5. benötigte Menge mit Schüttgewicht abschätzen

So vermeidet man eine der häufigsten Fehlbestellungen: schöne Steine, die schlicht nicht zum Korb passen.