Kies und Splitt im Garten: Es kommt auf die Anwendung an
Naturstein kann im Garten sehr unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Ein schmaler Splittweg zwischen Staudenbeeten ist etwas völlig anderes als ein kompletter Vorgarten, der nur aus Steinen besteht.
Genau diese Unterscheidung ist wichtig.
Kies und Splitt sind interessante Materialien für Wege, Sitzbereiche, Randzonen und gestalterische Akzente. Für großflächige vegetationsarme „Schottergärten“ gibt es dagegen gute Gründe zur Zurückhaltung. Das Bundesumweltministerium weist unter anderem auf ökologische Nachteile solcher Flächen hin.
Für Wege ist Splitt oft praktisch
Für Gartenwege bietet sich kantiger Splitt häufig an.
Durch seine gebrochene Kornform bewegt er sich weniger als runder Kies und lässt sich dadurch meist angenehmer begehen.
Wichtig ist jedoch der richtige Unterbau.
Nur eine dünne Splittschicht direkt auf Erde zu verteilen, führt selten zu einem dauerhaft guten Ergebnis.
Kies wirkt weicher
Runder Kies besitzt eine andere Optik.
Er wirkt häufig ruhiger und weniger technisch als gebrochenes Material.
Gut einsetzen lässt er sich beispielsweise:
- an Beetkanten
- in schmalen Randstreifen
- rund um einzelne Gestaltungselemente
- als Kontrast zu Pflanzen
- in Teilbereichen von Gartenanlagen
Auf häufig begangenen Wegen kann die runde Kornform allerdings dazu führen, dass sich das Material stärker bewegt.
Die richtige Körnung verändert die Wirkung
Feine Körnungen ergeben eine ruhigere, dichter wirkende Fläche.
Gröbere Steine wirken markanter, bilden aber größere Zwischenräume.
Auch die Farbe spielt eine große Rolle.
Helle Gesteine fallen stark auf und können im Sonnenlicht sehr dominant wirken. Dunkle Basalte oder Grauwacken erzeugen dagegen eine deutlich ruhigere, moderne Fläche.
Naturstein sollte deshalb nicht nur auf einem Bildschirm ausgesucht werden.
Ein Muster oder eine Besichtigung des Materials ist bei größeren Flächen sinnvoll.
Nicht jede Fläche muss mit Vlies abgedeckt werden
Unkrautvlies wird häufig automatisch mit Kies- oder Splittflächen verbunden.
Ob es sinnvoll ist, hängt aber vom Aufbau und der Nutzung ab.
Auch auf mit Vlies abgedeckten Flächen lagern sich mit der Zeit Staub, Laub und organisches Material zwischen den Steinen ab. Darin können wiederum Pflanzen keimen. Eine vollkommen wartungsfreie Steinfläche gibt es daher praktisch nicht.
Stein und Pflanze funktionieren gut zusammen
Besonders interessant wirken mineralische Flächen häufig dann, wenn sie nicht allein stehen.
Splitt- oder Kiesflächen lassen sich beispielsweise mit:
- Gräsern
- Stauden
- Gehölzen
- Trittplatten
- Mauern
- Holz
kombinieren.
Dadurch wird der Stein zum Gestaltungsmaterial und nicht zur gesamten Gartengestaltung.
Fazit
Kies und Splitt sind vielseitige Materialien.
Ihre Stärke liegt vor allem im gezielten Einsatz:
- als Gartenweg
- in Randbereichen
- als gestalterischer Kontrast
- zwischen Pflanzflächen
- rund um einzelne Bauelemente
Entscheidend sind die richtige Kornform, eine passende Körnung und ein fachgerechter Aufbau.

